Unser Programm ruht auf fünf starken Säulen, die wir Ihnen im Folgenden vorstellen. Dabei bleibt eines für uns immer zentral: Alheim soll auch in Zukunft eigenständig und handlungsfähig bleiben. Gleichzeitig setzen wir dort, wo es sinnvoll und gewinnbringend ist, auf eine enge Zusammenarbeit mit unseren Nachbarkommunen – denn gemeinsame Lösungen schaffen Synergien und stärken unsere Region. Unsere Grundwerte Solidarität, Bürgernähe und Gerechtigkeit bilden das Herzstück unseres Handelns – sie sind die Leitlinien, an denen wir unser gesamtes Programm ausrichten.
Um die Zukunft erfolgreich zu gestalten, müssen wir unsere Vergangenheit kennen und die Gegenwart verstehen. Deshalb möchten wir Ihnen zu unserem Programm auch stets eine Einschätzung der aktuellen Situation sowie einen kurzen Rückblick geben – denn wir sind stolz darauf, in der letzten Legislaturperiode viele sinnvolle Entscheidungen maßgeblich initiiert oder unterstützt zu haben. Getreu unserem Motto „Versprochen und gehalten“ sowie „Gemeinsam für Alheim“ setzen wir auch weiterhin auf Verlässlichkeit, Zusammenhalt und Tatkraft für unsere Gemeinde.
Gemeinsam mit unserem Bürgermeister
In Hessen gibt es neben einem direkt gewählten Bürgermeister einen durch die Gemeindevertretung gewählten Gemeindevorstand. Die wichtigsten Entscheidungen einer Gemeinde werden in der Gemeindevertretung getroffen. Damit ein Bürgermeister seine Wahlversprechen umsetzen kann, braucht er daher eine breite Unterstützung in beiden Gremien. Wir setzen uns dafür ein, auch künftig gemeinsam mit unserem direkt gewählten Bürgermeister die Zukunft unserer Gemeinde aktiv zu gestalten, sie weiter voran zu bringen und ihm bei seinen Vorhaben die nötige Rückendeckung zu geben.
Nachhaltigkeit und Finanzen
Die kommunalen Finanzen sind der Schlüssel zur Umsetzung aller Vorhaben. An guten Ideen mangelt es nicht, doch gerade im ländlichen Raum ist die finanzielle Situation vieler Kommunen angespannt. Deshalb müssen wir sorgfältig abwägen, was wirklich notwendig ist und was vielleicht noch warten kann. Denn am Ende sind es wir Bürgerinnen und Bürger, die mit ihren Steuern und Abgaben diese Projekte ermöglichen. Unsere Aufgabe ist es, diese Belastungen so gering wie möglich zu halten. Die Gründe für die schwierige Finanzlage liegen zum einen darin, dass Bund und Land den Kommunen immer neue Pflichtaufgaben und Standards auferlegen, ohne dass diese ausreichend gegenfinanziert werden. Zum anderen verschlechtert sich die wirtschaftliche Gesamtsituation, was zu geringeren Gewerbesteuereinnahmen führt. Diese Einbußen werden auf Kreisebene zum Teil mit steigenden Kreisumlagen ausgeglichen, was zu weiteren Belastungen in den Gemeinden führt – eine Entwicklung, die uns als emeinde direkt trifft.
Gleichzeitig kämpfen wir immer stärker mit den Folgen des Klimawandels. In Alheim erleben wir vermehrt Starkregenereignisse und stark betroffene Waldgebiete durch trockene Sommer. Wir tragen Verantwortung dafür, unsere Erde und unsere Heimat in einem lebenswerten Zustand an unsere Kinder und Enkel weiterzugeben. Bei aller Notwendigkeit sollten Naturschutzvorgaben aber immer verhältnismäßig bleiben. Wir stehen für pragmatische Lösungen, die die Interessen aller Beteiligter einbeziehen. Denn am Ende müssen alle Maßnahmen bezahlt werden – mit Geld, das von den Menschen vor Ort erarbeitet wird. Für uns steht dabei immer der Mensch im Fokus – im Bewusstsein, dass wir Teil der Natur sind.
Wir sehen die Möglichkeit, in unserer ländlichen Region eine Win-Win-Situation zu schaffen. Die Umstellung auf eine regenerative Energieversorgung erfordert Flächen – und davon haben wir bei uns auf dem Land ausreichend. Gleichzeitig wollen wir als Gemeinde möglichst umfassend von Projekten der regenerativen Energieversorgung profitieren, auch finanziell. Mit einem weiteren PV-Park in Heinebach und vier Windkraftanlagen im Gudegrund wurden bereits wichtige Schritte unternommen. Dabei behalten wir natürlich immer die berechtigten Sorgen und Bedenken der betroffenen Ortsteile im Blick und setzen alles daran, vernünftige und faire Kompromisse zu finden. Auch privat können alle einen kleinen Beitrag leisten: Für das eigene PV-Balkonkraftwerk können Sie mittlerweile eine Förderung der Gemeinde Alheim beantragen – auch online über das „Digitale Rathaus” auf der Website der Gemeinde Alheim.
Besonders bei Naturkatastrophen wie Starkregenereignissen ist es wichtig, dass die Feuerwehr und die Führung im Rathaus handlungsfähig bleiben. Hierfür müssen die entsprechenden Gebäude mit Notstrom versorgt werden. In Baumbach und Sterkelshausen wurden bereits neue Feuerwehrgebäude nach neuestem Standard errichtet. Auch die Wasserver- und -entsorgung muss bei längeren Stromausfällen funktionsfähig bleiben. Für die Bürgerinnen und Bürger soll es zudem laut Plan des Landes sogenannte Wärmeinseln geben, an denen man sich im Katastrophenfall aufwärmen kann. Mit Hilfe eines geförderten Starkregenrisikomanagements konnten wir zudem Maßnahmen entwickeln, um unsere Ortsteile besser auf extreme Wetterereignisse vorzubereiten. Diese Projekte müssen in den nächsten Jahren konsequent umgesetzt werden. Da dies viel Geld kosten wird und wir auch andere wichtige Themen angehen müssen, möchten wir dies Stück für Stück und verteilt über die nächsten Jahre angehen.
Für eine stabile Zukunft ist es entscheidend, nicht nur die Einnahmenseite zu stärken, sondern auch die Ausgaben im Blick zu behalten. Dazu gehört, Einsparmöglichkeiten zu erkennen und Synergien mit unseren Nachbarkommunen zu schaffen. „Gemeinsam sind wir stark” – das gilt nicht nur innerhalb Alheims, sondern auch in der Zusammenarbeit mit unseren Nachbarkommunen.
Familie und Kindertagesstätten
Unsere Kinder sind unsere Zukunft – und genau deshalb lohnt es sich, hier zu investieren. In den vergangenen Jahren haben wir den Aus- und Umbau der Kindertagesstätten in Baumbach und Heinebach auf den Weg gebracht. Auch die Schaffung und Sanierung von Jugendräumen in den Alheimer Ortsteilen haben wir mit vorangetrieben. Für all diese Maßnahmen konnten hohe Fördersummen eingeworben werden, sodass die Belastungen für den kommunalen Haushalt überschaubar blieben. Wichtig ist uns dabei besonders die Einbeziehung der Jugendlichen selbst – sie sind es schließlich, die die Räume am Ende nutzen. Ein weiteres Highlight ist die neue Hessenallee in Heinebach, die gemeinsam mit dem Multifunktionssportplatz eine weitläufige Anlage mit Spielplatz zum Verweilen für Jung und Alt bietet. Als Pionier im Landkreis haben wir in Alheim neben der Jugendpflege auch den Bereich Gemeindepflege eingeführt. Dort wird sich schwerpunktmäßig um unsere Seniorinnen und Senioren gekümmert. Auch hierfür wurden Fördergelder akquiriert. Wir werden uns dafür einsetzen, dass dieses erfolgreiche Angebot über den Förderzeitraum hinaus fortgeführt wird. Denn es hat sich gezeigt, dass diese Arbeit das Miteinander und das soziale Gefüge in unserer Gemeinde gestärkt hat. Um den Eltern den Alltag zu erleichtern, wurde außerdem eine Kita-App eingeführt, die eine einfache und zeitgemäße Kommunikation mit den Kindertagesstätten ermöglicht.
Auch in Zukunft werden wir uns mit ganzer Kraft dafür einsetzen, dass sich der Bereich Jugend, Senioren und Familie positiv entwickelt. Ein zentrales Thema ist hier die personelle Situation in den Kindertagesstätten, die in ganz Hessen immer schwieriger wird. Es fehlen schlichtweg Erzieherinnen und Erzieher. Erschwerend kommen immer strengere Vorgaben des Landes hinzu, die von den Kommunen kaum noch erfüllt werden können. Hier müssen wir uns besser aufstellen, um zusätzliche Fachkräfte zu gewinnen. Auf Landesebene werden wir den Druck aufrechterhalten, um mehr Raum für pragmatische Lösungen zu schaffen.
Infrastruktur und bezahlbares Leben auf dem Land
In Alheim haben wir eine vergleichsweise sehr gute ärztliche Versorgung. Auch die Einkaufsmöglichkeiten sind gut und unsere Gemeinde profitiert von einer Bahnanbindung, einer Grundschule und zwei Kindertagesstätten inklusive Krippe. Diesen hohen infrastrukturellen Standard gilt es für die Zukunft zu erhalten. Gleichzeitig wollen wir neues Gewerbe anziehen und dafür gezielt Gewerbeflächen schaffen. Dies füllt dann ganz nebenbei auch unsere Gemeindekasse durch zusätzliche Gewerbesteuereinnahmen.
Mit dem Auslaufen der Dorferneuerung können wir, innerhalb der uns zugewiesenen Flächengrenzen, bald wieder Baugrundstücke ausweisen. Unser Ziel ist es, dass in allen Ortsteilen bezahlbares Bauen möglich ist. So können wir junge Familien in Alheim halten und die Zukunft unserer Gemeinde sichern. Mit der Verlängerung des Förderprogramms „Jung kauft Alt” wird zudem der Erwerb von Altbauten durch junge Familien in Alheim weiterhin finanziell unterstützt. Dazu ein kleiner Hinweis: Auch das Land Hessen fördert den erstmaligen Erwerb von Wohneigentum für die eigene Nutzung. Beide Förderungen sind zudem kombinierbar. Auch schnelles Internet ist in einer modernen Welt unverzichtbar – nicht nur für die Arbeit von zu Hause am PC. Am Ausbau eines Glasfasernetzes bis in die Häuser wird mittlerweile intensiv gearbeitet. Damit auch mobil überall flächendeckend telefoniert werden kann, bleiben wir auch am Thema „Ausbau des Mobilfunknetzes” dran. Hier ist in den letzten Jahren in Licherode und im Gudegrund schon viel passiert, das nun noch zu Ende geführt werden muss.
Herausfordernd bleibt die Situation unserer Straßen. Viele befinden sich in keinem guten Zustand, da über viele Jahre das Geld für eine Sanierung fehlte. Um die hohen Belastungen für Anlieger zu vermeiden, wurden die Straßenbeiträge in Alheim abgeschafft. Inzwischen stehen bei Hessen Mobil mehrere Projekte auf dem Plan: Unter anderem die Verbindungsstraßen und Ortsdurchfahrten im Gudegrund sowie die Ortsdurchfahrt Heinebach sollen in den kommenden Jahren saniert werden. Im Zuge dieser Maßnahmen werden wir uns nachdrücklich dafür einsetzen, dass auch das Radwegenetz weiter ausgebaut wird – denn es ist uns wichtig, dass unsere Ortsteile über Radwege miteinander verbunden sind.
Bürgernähe, Bürgerbeteiligung und Ehrenamt
Gerade bei uns in Alheim wäre das Leben, wie wir es kennen, ohne all die Ehrenamtlichen weder denkbar noch finanzierbar. Sie sind das Herz unserer Gemeinschaft und halten das gesellschaftliche Miteinander lebendig. Ob in der Vereins-, in der Senioren- und Jugendarbeit oder in den Kirchengemeinden: Sie mähen Rasen, kehren Wege, halten unsere Orte sauber, fahren Bürgerbus oder helfen im Reparatur-Cafe. Nicht zuletzt sorgen unsere Feuerwehrfrauen und -männer für Sicherheit, während sich viele andere in der Gemeindepolitik für Mitbestimmung und gute Entscheidungen einsetzen.
Inzwischen wurde ein Ehrenamtstag ins Leben gerufen, um unsere Ehrenamtlichen gebührend zu würdigen. Ebenso wichtig ist die Zusammenarbeit der Gemeinde mit Vereinen und Ehrenamtlichen, um gemeinsame Projekte auf den Weg zu bringen und umzusetzen. Schon in der vergangenen Legislaturperiode wurde hier viel erreicht – und diesen Weg wollen wir konsequent weitergehen. Wir möchten ehrenamtliches Engagement weiterhin fördern. Dazu gehört auch die Fortführung unserer Vereinsförderung, mit der die Gemeinde Vereine bei unterschiedlichsten Dingen unterstützt.
Auch an wichtigen Entscheidungen wollen wir Sie, liebe Bürgerinnen und Bürger, verstärkt teilhaben lassen – so wie beim Thema Windkraftanlagen im Gudegrund, zu der es eine Bürgerbefragung gab. Mit der „Richtlinie für die Durchführung zusätzlicher Bürgerbeteiligung in der Gemeinde Alheim” wurde bereits der Grundstein gelegt. Inzwischen können Bürgerbefragungen auch digital durchgeführt oder mit klassischen Formaten kombiniert werden. Das spart künftig Zeit, Aufwand und Kosten. Mit dem Alheimer Boten und der Bürger-App haben wir zudem neue Informationsmöglichkeiten geschaffen, um Sie schneller und besser über Neuigkeiten sowie Gemeindepolitik zu informieren. Dabei bleibt mit dem Mitteilungsblättchen Bewährtes erhalten und wird durch neue digitale Angebote sinnvoll ergänzt. Auch für unsere Ortsbeiräte und die Gemeindevertretung gibt es wichtige Fortschritte: Sie können bereits heute den Abarbeitungsstand ihrer Beschlüsse online verfolgen. Dieses Angebot möchten wir weiter ausbauen und verbessern. Ab dem Haushaltsjahr 2026 verfügen die Ortsbeiräte zudem über erhöhte eigene Mittel, mit denen sie eigenständig Projekte umsetzen können – eine echte Stärkung der lokalen Demokratie.
Immer mehr Anträge und Dienstleistungen können mittlerweile bequem online über unser „Digitales Rathaus” beantragt werden. Diesen Weg wollen wir weiter gehen, damit Sie möglichst viele Behördengänge von zu Hause aus erledigen können. Trotzdem möchten wir die liebgewonnene Ansprechperson und den persönlichen Besuch im Rathaus erhalten. Denn nur so lässt sich ein Problem auch mal auf dem kurzen Dienstweg lösen oder eine Frage schnell und unkompliziert beantworten.
